Elif Yildirim ist 27 Jahr alt und gelernte MTR/Radiologiefachfrau. Bereits in der Schulzeit entdeckte sie ihre Faszination für Physik und Biologie – ihr Berufswunsch stand damit früh fest. Heute gilt ihre spürbare Begeisterung vor allem dem engen Kontakt zu Patient:innen, der eigenständigen Koordination und der technischen Weiterentwicklung des Berufsbildes.
Als es letztes Jahr für sie darum ging, eine Übergangszeit sinnvoll zu nutzen, kam sie über unseren deutschen Partner mit Flexhaus in Kontakt. Bereits zwei Monate nach dem Kennenlerngespräch mit unserem Recruiting, konnte sie ihn ihrem Lieblingsfachbereich, der Diagnostik, starten. Wie es ihr dabei genau ergangen ist, hat sie uns im ganz persönlichen Rahmen erzählt:
Neustart mit System – Mein Bewerbungsprozess mit Flexhaus
„Als ich Ende 2024 auf LinkedIn aktiv nach einem neuen Job suchte, hätte ich nie gedacht, dass daraus so schnell ein kompletter Neuanfang wird – und noch dazu in einem anderen Land. Alles begann mit einem einfachen Job-Posting auf LinkedIn. Kurz darauf meldete sich euer deutscher Partner bei mir und fragte mich ganz direkt, ob ich mir vorstellen könnte, in der Schweiz als MTR zu arbeiten. Ich war sofort begeistert.
Nach dem ersten Austausch ging alles überraschend schnell. Mir wurde das Konzept erklärt, erste Infos zur Arbeit in der Schweiz gegeben und anschliessend direkt der Kontakt zu Flexhaus und Jenny hergestellt. Innerhalb kürzester Zeit war ich im Bewerbungsprozess – und fühlte mich dabei von Anfang an gut begleitet.
Was mich besonders beeindruckt hat, war die Geschwindigkeit. Ich hatte damals erwähnt, dass ich möglichst schnell starten möchte – und obwohl es zunächst hiess, es müsse erst geprüft werden, ob das realistisch sei, kam schon bald die Zusage: Einsatzbeginn zum 1. Januar 2025.
Ihr habt wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt und mich nicht nur bei der beruflichen Vermittlung unterstützt, sondern euch auch um alle wesentlichen organisatorischen Punkte gekümmert:
- Unterkunft: Ich musste mich nicht selbst auf Wohnungssuche begeben, sondern bekam direkt einen Platz in einer Wohnunterkunft des Spitals, in dem ich arbeiten sollte. Das hat mir unglaublich viel Stress erspart.
- Anerkennung & Unterlagen: Auch beim PreCheck durch das Schweizer Rote Kreuz wurde ich vollständig unterstützt. Ich musste lediglich die benötigten Dokumente zusammenstellen.
- Einsatzvorbereitung: Vor meinem Start bekam ich alle wichtigen Infos zum Spital, zu meinen Aufgaben und zum Ablauf meines ersten Arbeitstags.
Rückblickend war diese Unterstützung für mich, als eine Person, die Sicherheit bevorzugt, wenn ich Neus wage, der beste Beweis, dass ein beruflicher Neustart im Ausland nicht zwangsläufig kompliziert oder unübersichtlich sein muss – wenn man die richtigen Partner an seiner Seite hat. Ich würde es nächstes Mal genauso machen.
Mein erster Arbeitstag in der Schweiz – Ein Satz, der hängen blieb: „Wir sind hier nicht in Deutschland.“
Vor meinem ersten Tag war ich natürlich sehr aufgeregt. Vor allem die Tatsache, dass ich im Kanton Graubünden, einem dreisprachigen Kanton (Deutsch, Rätoromanisch & Italienisch) eingesetzt werden sollte, bereitete mir etwas Unbehagen. Als ich am Vortag das Foyer betrat und alle Hinweisschilder und Anzeigetafeln auf Deutsch waren, war ich etwas beruhigter 😉 Am nächsten Tag ging es dann wirklich los und ich wurde von einem sehr herzlichen Team empfangen und das erste, was man mir sagte war: „Elif, wir sind hier nicht in Deutschland! Hier läuft alles viel entspannter ab.“ Tatsächlich war dem auch so und ich durfte erst einmal in Ruhe ankommen, zuhören und mir alles zeigen lassen. Es war ein sehr gelungener Start und hat mir dann ebenfalls die Angst genommen. Zugegebener Massen lag es vielleicht auch daran, dass es ein B Spital, mit insgesamt 30 Betten und keiner Intensivstation, war. Ich komme ursprünglich von einer Uniklinik somit war es schön die Versorgungsstrukturen von einer anderen Perspektive aus kennenzulernen.
Durch die vorangegangenen Gespräche mit meinem Accountmanager bei Flexhaus und einem Fragebogen wurde ich zudem gezielt in der Diagnostik eingesetzt – an einem Gerät, das ich bereits kannte. Gerade bei einem kurzen Einsatz von nur 3 Monaten war das enorm hilfreich. Neue Geräte bedeuten in meinem Beruf oft, eine komplett neue „Sprache“ zu lernen – daher war es für mich ideal, schnell einsteigen und selbstständig arbeiten zu können.

Arbeiten im Schweizer Gesundheitswesen – Zwischen Struktur, Eigenverantwortung und Gelassenheit
Die Abläufe in der Schweiz unterscheiden sich im Detail, auch wenn die radiologischen Protokolle grundsätzlich ähnlich sind. Ein auffälliger Unterschied: Pünktlichkeit hat in der Schweiz einen hohen Stellenwert – lange Wartezeiten für Patient:innen, wie man sie aus Deutschland kennt, sind hier kaum denkbar. Auch der Umgang mit den Patient:innen ist spürbar anders: deutlich höflicher, respektvoller und mit mehr Zeit für individuelle Betreuung. Gerade in meinem Einsatzspital war diese entspannte, zugewandte Atmosphäre deutlich spürbar, was sich auch positiv auf meine Arbeit ausgewirkt hat.
Technisch war ich zunächst etwas skeptisch, da wir mit Teleradiologie gearbeitet haben, also ohne Radiolog:innen vor Ort. Letztlich verlief die Zusammenarbeit aber sehr gut. Protokolle wurden über E-Mail angefragt, was bei Notfällen zügig funktionierte, bei elektiven Untersuchungen manchmal etwas länger dauerte. Für dringende Fälle hatten wir eine direkte Telefonnummer und klare Abläufe, sodass unkompliziert Rücksprache gehalten werden konnte.
Was mich überrascht hat: In der Schweiz dürfen MTRs – anders als in Deutschland – Medikamente verabreichen und selbstverständlich auch Zugänge legen. Das war neu für mich. Zwar fand ich es grundsätzlich sinnvoll, da die Ausbildung in der Schweiz auf einem anderen Qualifikationsniveau (Diplom/Bachelor) basiert, aber persönlich habe ich bei der Medikamentengabe meist ärztliche Unterstützung hinzugezogen. Ich habe grossen Respekt vor der Verantwortung und schätze die klare Rollenverteilung, wie sie in Deutschland gehandhabt wird. Beide Systeme haben aus meiner Sicht jedoch ihre Berechtigung.
Gemeinsam statt fremd – Temporärarbeit & Teamspirit
Während meines Einsatzes habe ich im Wohnheim Michaela kennengelernt – ebenfalls eine temporäre Kollegin, die in der Notaufnahme gearbeitet hat. Wir waren Zimmernachbarinnen und haben uns direkt super verstanden. Abends sassen wir oft zusammen, haben Tee getrunken und viel gelacht. Auch auf der Arbeit war es mit ihr immer unkompliziert, herzlich und lustig – einfach eine tolle Kollegin und ein noch tollerer Mensch.
Was die Zusammenarbeit im Team angeht: Ich habe den Umgang zwischen Temporären und Festangestellten als total offen und auf Augenhöhe erlebt – da gab es für mich keinen spürbaren Unterschied. Michaela war schon länger da und hat mir viel gezeigt und geholfen, was gerade am Anfang sehr wertvoll war. Als ich dann auch noch erfahren habe, dass sie – wie ich – über Flexhaus da war, hat mich das richtig gefreut. Man hatte direkt ein vertrautes Gefühl und konnte sich super austauschen.
Würde ich wieder in der Schweiz arbeiten?
Ja, ich kann mir gut vorstellen, nochmal einen temporären Einsatz in der Schweiz zu machen. Die Arbeit inmitten der Natur erdet einen irgendwie, und fachlich war es besonders in der Unfallchirurgie eine wertvolle Erfahrung. Gerade der Blick über den Tellerrand, der Wechsel, das Arbeiten in einem anderen System – all das bringt neue Perspektiven mit sich. Im Moment bin ich durch andere Projekte, wie etwa die Planung eines Symposiums, ziemlich eingebunden. Aber grundsätzlich würde ich so einen Einsatz jederzeit wiederholen – idealerweise sogar jährlich.
Mehr Sichtbarkeit für MTR – Elifs Engagement als Radfluencerin
Schon vor meinem Einsatz in der Schweiz war mir klar: Unser Beruf braucht mehr Sichtbarkeit. Als Radfluencerin setze ich mich deshalb mit einem Netzwerk engagierter MTRs dafür ein, genau das zu ändern.
Die Idee entstand beim Ruhrkongress in Dortmund, wo wir uns als Gruppe gefunden haben – mittlerweile über 20 MTRs mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie CT, Mammografie oder Röntgen. Über LinkedIn und Instagram zeigen wir, was unseren Beruf ausmacht – authentisch, fachlich und nah am Alltag.
Ich möchte junge Menschen ermutigen, sich für die MTR-Ausbildung zu entscheiden – und zeigen, dass unsere Arbeit weit mehr ist als eine oft vermutete „Zusatzausbildung“.
Aktuell arbeite ich daher bewusst in Teilzeit, um mich noch intensiver einem geplanten Symposium und unserer Radfluencer-Arbeit zu widmen.
Wer mehr über meinen Weg, meine Auslandserfahrung oder meine Arbeit als Radfluencerin erfahren möchte, darf mir gern auf LinkedIn oder Instagram folgen – dort teile ich regelmässig Einblicke in meinen Arbeitsalltag, fachliche Impulse und persönliche Gedanken rund um die MTRA-Welt. 😉 “

Wertvolle Einblicke und starke Impulse – Danke, Elif!
Herzlichen Dank an Elif, dass sie sich die Zeit genommen hat, ihre spannende Geschichte und ihre Begeisterung für den Beruf mit uns zu teilen. Es ist inspirierend zu sehen, wie sie mit so viel Engagement und Herzblut für die MTR-Welt einsteht. Wir wünschen ihr auf ihrem weiteren Weg viel Erfolg und Freude – und freuen uns darauf, noch viel von ihr zu hören!
Denkst du auch über einen kurzfristigen Einsatz in der Schweiz nach, sei es als MTR, OTA, Pflegefachperson oder Hebamme? Oder möchtest du einen komplett neuen Lebensweg einschlagen und einen Neuanfang in der Schweiz beginnen? Dann melde dich bei unseren Recruitern und vereinbare ein persönliches Beratungsgespräch: 📩 recruiting@flexhausag.ch.



