Die Diskussion um Temporärarbeit im Schweizer Gesundheitswesen wird seit Jahren kontrovers geführt. Kritiker:innen werfen Vermittlungsunternehmen regelmässig vor, dass temporäres Pflegepersonal im Gegensatz zu festangestellten Mitarbeitenden zu hohe Kosten für Spitäler und andere Gesundheitseinrichtungen verursachen würden. Eine aktuelle Vollkostenanalyse von Swiss Economics widerlegt dieses Argument nun deutlich: Temporärarbeit ist nicht nur flexibel, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.
Der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) hatte Anfang 2025 angekündigt, auf Temporärpflegekräfte verzichten zu wollen. Die damalige Begründung lag in den damit angeblich verbundenen Mehrkosten.
Die von swissstaffing daraufhin in Auftrag gegebene Studie zeigt: Temporärarbeit in Spitälern ist günstiger als Überzeit, interne Flex-Pools oder gar Bettenreduktionen. Während Überzeit im Schnitt 88 Franken pro Stunde kostet und interne Pool-Modelle über 90 Franken, liegt der Stundensatz von Temporärpersonal bei durchschnittlich 86 Franken (Tages-Anzeiger, 03.09.2025).
Verdeckte Kosten werden oft übersehen
Während die reinen Stundenkosten für Temporärkräfte auf den ersten Blick höher erscheinen, dürfen sie nicht isoliert betrachtet werden. Verdeckte Zusatzkosten wie Überbelastung, Rekrutierung oder geschlossene Betten bleiben oftmals unberücksichtigt.
Trotz interner Flex-Pool-Strukturen und anderer Alternativmodellen entstehen in den Gesundheitseinrichtungen langfristig höhere Kosten, während gleichzeitig die Flexibilität im Personaleinsatz eingeschränkt bleibt. Temporärarbeit hingegen bietet die Möglichkeit, kurzfristig auf Schwankungen zu reagieren und gleichzeitig die Versorgungsqualität aufrechtzuerhalten sowie das Fixpersonal zu entlasten (swissstaffing, 03.09.2025).
Stärkt Temporärarbeit das Schweizer Gesundheitssystem?
Ja – Temporärarbeit trägt entscheidend dazu bei, die Qualität, Flexibilität und finanzielle Stabilität des Schweizer Gesundheitssystems zu sichern. Für uns als Unternehmen, das medizinisches Fachpersonal für temporäre Einsätze vermittelt, ist klar: Temporärarbeit ist kein Kostentreiber, sondern ein zentraler Baustein zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen.
Die Vorteile im Überblick:
- Wirtschaftlichkeit: tiefere Vollkosten im Vergleich zu Überzeit oder internen Pools
- Flexibilität: schnelle Reaktionsfähigkeit auf Personalengpässe
- Entlastung: Schutz vor Überlastung des Stammpersonals
- Arbeitsmarkt-Effekt: Vorbeugung von Fachkräftemangel und Förderung besserer Arbeitsbedingungen
Fazit und Ausblick
Die Ergebnisse der aktuellen Analyse verdeutlichen: Temporärarbeit in Spitälern, Rehakliniken, Spitex und Altersheimen ist kein Kostenfaktor, den es zu vermeiden gilt, sondern ein Instrument, das die Resilienz, Qualität und die finanzielle Tragfähigkeit des Schweizer Gesundheitssystems langfristig unterstützt.



