Nadine ist 36 Jahre alt und arbeitet über Flexhaus als engagierte Pflegefachfrau im temporären Anstellungsverhältnis. Ursprünglich hatte sie nur einen kurzen Aufenthalt von sechs Monaten in der Schweiz geplant, doch aus einem halben Jahr wurden schnell zwei. Im Gespräch mit uns erzählt sie, wie es dazu kam und welche Erfahrungen sie bisher in der Schweizer Pflege gesammelt hat.
Liebe Nadine, magst du uns grob erzählen, wie es dich in die Schweiz verschlagen hat, und wie aus 6 Monaten zwei Jahre wurden?
Meine Schwester ist ebenfalls Pflegefachfrau und war damals für einen temporären Einsatz in der Schweiz. Nach ihrer Rückkehr hat sie so lange auf mich eingeredet, bis ich mich überzeugen liess. Ihr Argument war, dass wir wieder mehr Zeit miteinander verbringen könnten, wenn wir beide einen Auslandseinsatz machen würden.
Flexhaus hat es dann möglich gemacht, dass wir von Januar bis Februar 2024 im gleichen Spital eingesetzt wurden. Und wie der Zufall es wollte, hat sie dort ihren jetzigen Partner kennengelernt, ebenfalls über Flexhaus. Bei ihr hat sich dadurch vieles verändert, und für mich ging es in der Schweiz weiter.
Tja, unsere grosse gemeinsame Auslandzeit war dann doch etwas kürzer als geplant 😉.
Wie erlebst du die Kombination aus verschiedenen Arbeitsregionen, der Einsatzplanung und den unterschiedlichen Fachbereichen in deinem temporären Arbeitsalltag?
Ich war in den letzten Jahren durch Flexhaus in mehreren Einsatzbetrieben, am häufigsten war ich in den Regionen Einsiedeln, Interlaken und Uznach. Die Einsätze dauerten unterschiedlich lang und jeder Betrieb hat seine eigenen Abläufe.
Auch bei den Arbeitsblöcken und der Einsatzplanung gibt es Unterschiede. Am liebsten arbeite ich mehrere Tage am Stück, meistens vier bis fünf, weil ich danach längere freie Abschnitte habe. Wie die Schichten geplant werden, ist überall anders. In meinem aktuellen Spital darf ich zum Beispiel keine Nächte übernehmen, bevor ich nicht mindestens drei Monate dort bin. Im Einsatz davor wurde ich hingegen sofort für Nachtdienste eingeplant. Vor jedem Einsatz lässt sich aber gut mit der Leitung besprechen, welche Schichten vorgesehen sind und wie die Bedingungen aussehen.
Bei den Fachbereichen lohnt es sich, offen zu bleiben und sich nicht zu sehr auf Vorlieben festzulegen. Auch ich wurde hier eines Besseren belehrt 😉. Obwohl ich lange Vorurteile gegenüber der Geriatrie hatte, hat mir dieser Einsatz bisher am besten gefallen. Das Team war herzlich, und trotz weniger Personal hatte ich das Gefühl, mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten zu haben. Für mich ist klar: Offen sein lohnt sich. Ich probiere gerne Neues aus und lerne schnell dazu, selbst wenn mir ein Fachgebiet vorher fremd war.

Was schätzt du persönlich an der Temporärarbeit, und wie erlebst du den Wechsel in neue Teams?
Ich kann mir bis heute nicht vorstellen, fix in einem einzigen Betrieb zu arbeiten. Viele fragen mich immer wieder, ob ich eine Festanstellung möchte, aber für mich würde sich das eingeengt anfühlen. Die Temporärarbeit gibt mir die Freiheit, die ich brauche. Ich mag die Abwechslung, die verschiedenen Einsatzorte und die Möglichkeit, ständig dazuzulernen.
Natürlich gehören wechselnde Teams dazu. Die ersten ein bis zwei Tage sind immer etwas ungewohnt: neue Menschen, neue Abläufe, neue Dynamik. Vor einem neuen Einsatz habe ich manchmal kurz etwas «Bammel», weil ich nicht weiss, wie die Stimmung im Team sein wird. Aber das legt sich schnell, ab dem zweiten Tag bin ich meist gut integriert.
In Deutschland habe ich erlebt, dass Teams teilweise vorsichtig reagiert haben, wenn jemand vom Temporärdienst kam. Hier in der Schweiz habe ich das so noch nie erlebt. Natürlich gibt es Kolleg:innen, die am Anfang zurückhaltend sind, aber das legt sich schnell, sobald sie sehen, wie ich arbeite. Anpassungsfähigkeit gehört einfach dazu, und für mich ist das überhaupt kein Problem.
Welche Rolle spielt Flexibilität für dich, wenn es darum geht, in der Temporärarbeit trotz möglicher Einsatzlücken gut zurechtzukommen?
In den zwei Jahren mit Flexhaus hatte ich bisher immer durchgängig Einsätze. Trotzdem gehört eine gewisse Unsicherheit dazu, vor allem hier in der Schweiz. In Deutschland war es so, dass ich meinen Lohn weiterbekommen hätte, auch wenn gerade kein Einsatz für mich verfügbar gewesen wäre. Hier läuft das anders: Ohne Einsatz gibt es auch keinen Lohn. Dieses Risiko gehört zur Temporärarbeit dazu, und darüber sollte sich jede und jeder vorab im Klaren sein.
Was ich aber sagen muss: Bei Flexhaus gibt es immer praktikable Lösungen. Man kann zum Beispiel problemlos zwei Monate überbrücken, entweder mit den 32 bezahlten Ferientagen oder indem man sich vorübergehend arbeitslos meldet. Das nimmt enorm viel Druck raus. Und genau deshalb komme ich so gut zurecht: Ich weiss, dass ich flexibel sein muss, aber ich weiss auch, dass ich nicht allein dastehe.
Für mich war das aber nie ein Grund zur Sorge, weil ich flexibel bin, offen für verschiedene Regionen und bereit, auch Fachbereiche auszuprobieren, die ich vorher nicht auf dem Schirm hatte. Dabei habe ich enorm viel gelernt. Die Geriatrie ist das beste Beispiel: Nie hätte ich gedacht, dass mir dieser Bereich so gut gefallen würde. 😉
Flexibilität ist in der Temporärarbeit ein riesiger Vorteil. Natürlich kann ich Wünsche äussern, und oft werden sie auch berücksichtigt. Wenn ein Einsatz einmal nicht perfekt passt, ziehe ich die zwei bis drei Monate einfach durch, und der nächste Einsatz entspricht dann meist wieder meinen Vorstellungen. Je offener ich bin, desto mehr Möglichkeiten habe ich.
Wie erlebst du die Arbeitsorganisation und den Arbeitsalltag in den Schweizer Spitälern?
Ich erlebe die Arbeitsorganisation in den Schweizer Spitälern sehr unterschiedlich. Die pflegerischen Aufgaben bleiben überall gleich, aber die Aufgabenteilung und Struktur sind von Haus zu Haus verschieden. In manchen Häusern sind die Verantwortlichkeiten klar verteilt, in anderen läuft alles flexibler, was auch einmal hektischer wirken kann.
Die Pausenkultur unterscheidet sich ebenfalls stark von dem, was ich aus Deutschland kenne. Hier sind Pausen fest eingeplant – Frühstück, Mittagspause und am Schichtende nochmals eine kurze Pause – und sie werden konsequent eingehalten. Das war für mich anfangs ungewohnt, weil ich es gewohnt war, vieles selbst zu erledigen und wenig abzugeben.
Mit dem Flowboard habe ich mich inzwischen angefreundet. Dort werden Aufgaben eingetragen, und die Tagesverantwortlichen übernehmen regelmässig, was gerade anfällt. Ich vergesse zwar manchmal, etwas einzutragen, weil ich vieles selbst erledigen möchte, aber die Kolleg:innen nehmen das mittlerweile mit Humor 😊.
Liebe Nadine, vielen Dank für das offene Gespräch und die ehrlichen Einblicke in deinen Pflegealltag in der Schweiz. Wir schätzen es sehr, dich bei uns im Team zu haben, und freuen uns auf viele weitere gemeinsame Einsätze mit dir. Und wer weiss – vielleicht werden es ja sogar noch einmal zwei Jahre… oder mehr 😉

Überlegst du, für eine gewisse Zeit in der Schweiz zu arbeiten, ob als MTR, OTA, Pflegefachperson oder Hebamme? Oder spürst du den Wunsch nach einem kompletten Neuanfang und möchtest deinen Weg in der Schweiz weitergehen? Dann freuen sich unsere Recruiter über deine Kontaktaufnahme. Vereinbare dein persönliches Beratungsgespräch unter: 📩 recruiting@flexhausag.ch.



